Falsches Finanzamt, falsche Erstattung: Steuerbetrug am Telefon
Rund um die Steuererklärung, deren Frist meist Ende Juli fällt, geben sich Betrüger als Finanzamt aus. Eine Erstattung, die Sie „abholen“ sollen, oder eine Schuld, die „sofort“ zu begleichen ist: Die Masche setzt auf Autorität und Zeitdruck. So durchschauen Sie sie.
So funktioniert der Betrug
Der falsche Beamte stellt entweder eine Erstattung in Aussicht, die Ihnen „zusteht“, oder droht mit einer offenen Steuerschuld, die sofort zu zahlen sei, sonst folge die Vollstreckung. Im ersten Fall verlangt er Ihre Bankdaten „für die Überweisung“; im zweiten eine sofortige Zahlung, mitunter per Gutschein oder Sofortüberweisung.
Der Anruf kommt oft zusammen mit einer SMS oder E-Mail, die das Logo der Finanzverwaltung nachahmt, mit einem Link zu einer Fake-Seite. Dank Spoofing kann die angezeigte Nummer sogar offiziell wirken.
Die Warnzeichen
Das Finanzamt verlangt nie eine Zahlung per Gutschein und nie Ihre vollständigen Bankdaten am Telefon. Eine echte Erstattung erfolgt auf das bereits hinterlegte Konto, ohne unerwarteten Anruf.
Zeitdruck, Drohung mit Vollstreckung und die Frage nach Bankdaten sind die Fingerabdrücke des Betrugs. Eine Behörde setzt Sie am Telefon nicht unter Druck und schreibt Ihnen, was Sie prüfen können.
Reagieren und prüfen
Legen Sie auf und melden Sie sich selbst in Ihrem ELSTER-Konto an, oder rufen Sie Ihr Finanzamt über die offizielle Nummer zurück. Klicken Sie auf keinen Link in einer SMS. Melden Sie Betrugsversuche der Polizei (110) und der Bundesnetzagentur.
Damit solche Anrufe Sie gar nicht erst erreichen, erkennt Allociao, eine kostenlose Android-App, bereits gemeldete Nummern dieser saisonalen Kampagnen anhand von Behördenlisten und Community-Meldungen und legt auf, bevor der falsche Beamte loslegt.
So läuft echte Behördenkommunikation
Das Finanzamt kündigt wichtige Vorgänge fast immer schriftlich per Post an, mit Aktenzeichen und Steuernummer – nicht mit einem überraschenden Anruf unter Zeitdruck. Rückerstattungen laufen automatisch über das bei ELSTER hinterlegte Konto.
Auch das Bundeszentralamt für Steuern fordert Sie nie zur Zahlung per Gutschein oder Kryptowährung auf. Rufen Sie im Zweifel die offizielle Nummer Ihres Finanzamts an – niemals die aus der verdächtigen SMS.
FAQ
Fragt das Finanzamt am Telefon nach meinen Bankdaten?
Nein. Eine Erstattung erfolgt auf das bereits hinterlegte Konto. Geben Sie nie Bankdaten während eines Anrufs preis.
Wie prüfe ich einen verdächtigen Anruf?
Legen Sie auf und melden Sie sich selbst in ELSTER an, oder rufen Sie Ihr Finanzamt über eine offizielle Nummer zurück.
Wo melde ich den Betrug?
Bei der Polizei (110) und der Bundesnetzagentur; verdächtige SMS können Sie ebenfalls melden.
Sources
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